Stärke in der Stille.
Die Schönheit Japans
in Blüte.
Blumen sprechen nicht und bewegen dennoch auf besondere Weise Erinnerungen und Emotionen. In dieser zweiten Ausgabe 2026 begegnen wir der Ikebana Artist und Art Director BIEI. Sie versteht ihre Arbeit nicht als Dekoration, sondern als Möglichkeit, die innere Energie jeder Pflanze sichtbar zu machen. Das Presage Museum zeigt, wie sich diese japanische Ästhetik aus heutiger Perspektive weiterentwickelt.
BIEI,
Ikebana Artist und Art Director
BIEI,
Ikebana Artist und Art Director
BIEI arbeitet mit Blumen als lebendigen Materialien und versteht Ikebana als Dialog mit der Natur. Sie bezieht den Kontext eines Ortes ein, seine Geschichte, seine Atmosphäre und seinen Ursprung, und entwickelt daraus ihre Arbeiten.
Navigator
Alex Derycz
In dieser zweiten Ausgabe 2026 treffen wir BIEI gemeinsam mit Navigator Alex Derycz. Sein multikultureller Hintergrund und seine fünf Sprachen eröffnen einen internationalen Blick auf japanische Ästhetik. Im Austausch entsteht ein Verständnis von Schönheit, das von Natur, Zurückhaltung und Zeit geprägt ist.
Navigator
Alex Derycz
Eine Grundlage geprägt
aus Natur, Kontext und Erinnerung
Alex: Sie sind mit Teezeremonie und Blumenarrangement aufgewachsen. Wie prägt das Ihre Arbeit heute?
BIEI: Ich bin mit den Jahreszeiten Japans aufgewachsen. Der Umgang mit Pflanzen war für mich immer selbstverständlich. Blumen gehörten zum Alltag. Ich bekam eine Schere und ging in den Garten, um sie zu sammeln. Sie ins Haus zu bringen und zu arrangieren war meine erste Erfahrung, einen eigenen kleinen Raum zu gestalten. Dieses Gefühl begleitet meine Arbeit bis heute. Ich versuche, auf die Eigenheit jeder Pflanze einzugehen.
Alex: Was ist Ihnen am wichtigsten, wenn ein neues Werk entsteht?
BIEI: Entscheidend ist, den Kontext zu verstehen. Ich berücksichtige die Geschichte eines Ortes, die Menschen und den Anlass. Daraus entwickle ich eine Arbeit, die genau zu diesem Moment passt.
Blumen sprechen nicht und können dennoch Erinnerungen und Emotionen bewegen. Sie begleiten viele wichtige Momente. Mich interessieren Arrangements, die nicht laut sind, sondern leise in Erinnerung bleiben.
Alex: Welche Idee steht hinter dem Arrangement für dieses Shooting?
BIEI: Die Blumen greifen die drei Zifferblattfarben der neuen Presage Classic Series auf. Das Sakura Modell, das ich trage, zeigt das zarte Rosa der Kirschblüte. Mich hat interessiert, dieses Bild neu zu interpretieren. In Kombination mit markantem Treibholz entsteht eine Form, die über die reine Zartheit hinausgeht.
Alex: Ein sehr eindrucksvolles Werk.
BIEI: Blumen sprechen die Sinne an und stehen in enger Verbindung zu den Jahreszeiten. Erinnerungen entstehen oft durch Duft, Licht oder eine bestimmte Zeit im Jahr. Mit meiner Arbeit möchte ich genau solche leisen Impulse auslösen.
Die leise Seite
japanischer Ästhetik
Alex: Was bedeutet „japanische Schönheit“ für Sie persönlich?
BIEI: Für mich liegt sie in der Stille und in der Reduktion. Es geht nicht nur um Fülle oder Perfektion, sondern auch um Schatten, Raum und den Moment, in dem etwas vergeht. Im Ikebana gilt nicht die volle Blüte als Höhepunkt, sondern der Augenblick davor oder danach. Diese Haltung, den Prozess wertzuschätzen statt nur das Ergebnis, empfinde ich als zutiefst japanisch.
Alex: Es geht also nicht nur um das Sichtbare, sondern auch um das, was es umgibt. Das ist sehr eindrucksvoll. Ihre Arbeit verbindet Tradition und Gegenwart auf besondere Weise.
BIEI: Tradition einfach zu bewahren reicht nicht. Entscheidend ist, sie so weiterzuentwickeln, dass sie im Heute bestehen kann. Die japanische Kultur ist eng mit den Jahreszeiten und der Natur verbunden. Auch Kirschblüten sind nicht nur ein Symbol, sie sind Teil des Alltags und des Zeitgefühls.
Meine Aufgabe ist es, diese Sensibilität mit heutigen Räumen und einem internationalen Publikum zu verbinden, sodass sie relevant bleibt und nicht nur auf Vergangenes verweist.
Alex: Was war Ihr erster Eindruck von der Presage Classic Series?
BIEI: Ich hatte sofort das Gefühl großer Sorgfalt im Ausdruck japanischer Ästhetik. Die Uhr wirkt ruhig und fügt sich ganz selbstverständlich in den Alltag ein.
Alex: Wie haben Sie die seidenartige Textur des Zifferblatts und die von Kirschblüten inspirierten Farben wahrgenommen?
BIEI: Die Farben wirken fein abgestimmt und nicht zu süß. Sie haben eine Tiefe, die an traditionelle japanische Farbwelten erinnert. Besonders interessant ist für mich, dass die Farbe nicht nur auf der Oberfläche liegt, sondern wie von innen heraus wirkt. In der Natur trägt auch eine Blume eine eigene Energie. Diese Lebendigkeit spüre ich im Zifferblatt wieder.
Alex: Eine sehr schöne Beschreibung. Das shironeri-Modell, das ich trage, ist vom reinen Weiß ungebleichter Seide inspiriert und reflektiert das Licht sehr fein.
BIEI: Die Farben erinnern mich an traditionelle Färbetechniken. Die weichen Übergänge, die subtilen Nuancen und die Verbindung zur Seide wirken sehr natürlich. Es geht nicht darum, Natur direkt abzubilden, sondern sie neu zu interpretieren.
Die Uhr hat eine ausgewogene Präsenz und lässt sich selbstverständlich tragen. Die Größe wirkt natürlich und ist nicht an ein Geschlecht gebunden, wodurch sie im Alltag und zu besonderen Anlässen gleichermaßen funktioniert.
Alex: Sehen Sie Parallelen zwischen Ihrer Arbeit und dieser Uhr?
BIEI: Ja, beide gehen über reine Ästhetik hinaus. Dahinter steht eine Haltung und viel Aufmerksamkeit für Details. Statt laut zu sein, entsteht Wirkung durch Zurückhaltung und Tiefe.
Von Ende März bis Anfang April, wenn die Kirschblüten in voller Blüte stehen, zeigt sich Tokio von seiner schönsten Seite. Überall in der Stadt finden Feste und saisonale Events statt. Lichterinszenierungen und Fahrten auf dem Fluss schaffen besondere Frühlingsmomente. Hanami, die Tradition der Kirschblütenbetrachtung, hat ihren Ursprung in der Edo-Zeit und gehört bis heute fest zum Leben in Tokio.
EineReisedurch in die Herkunftder Seide
Zu Besuch in der Tomioka Silk MillmitSheila Cliffe
Die Ursprünge der Seide,
die Märkte auf der ganzen Welt erreichte
„Mich hat am Kimono zuerst die Seide fasziniert. Ihr Glanz, ihr Schimmer und ihre weiche Haptik haben mich sofort angesprochen.“ Die Kimono-Forscherin Sheila Cliffe beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der japanischen Kleidungskultur und macht sie international erlebbar. Für diese Reportage besucht sie die Tomioka Silk Mill in der Präfektur Gunma, den Ursprung der japanischen Seidenindustrie. Vor Ort wird deutlich, wie das Engagement der Tomioka Silk Promotion Organisation die Presage Kollektion inspiriert hat und zur Entstehung einer limitierten Presage Classic Series führte.
Interviewerin
Sheila Cliffe
Forscherin für Kimono-Kultur aus dem Vereinigten Königreich. Sie unterrichtete an Universitäten und organisierte Ausstellungen und Modeschauen in Japan und international, um japanische Kleidungskultur zu vermitteln.
Rohseide als Motor der Modernisierung
1872 gründete die japanische Regierung die Tomioka Silk Mill in Gunma. Mit dem wachsenden internationalen Handel stieg die Nachfrage nach hochwertiger Rohseide. Französische Technik wurde eingeführt und mit der japanischen Tradition der Seidenraupenzucht verbunden. So entstand eine neue, leistungsfähige Industrie.
Die in Tomioka entwickelten Verfahren verbreiteten sich landesweit. Rohseide machte zeitweise rund 80 Prozent der Exporte aus und spielte eine wichtige Rolle für die wirtschaftliche Entwicklung Japans.
2014 wurde die Anlage gemeinsam mit weiteren Stätten zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt. Ihr Wert liegt nicht nur in der Architektur, sondern auch darin, dass Seide hier erstmals in größerem Umfang produziert und vielen Menschen zugänglich gemacht wurde.
Die letzten 0,1 Prozent
Heute stammt weniger als 0,1 Prozent der in Japan gehandelten Seide aus rein heimischer Produktion. Mit dem Rückgang der Zuchtbetriebe und strukturellen Veränderungen geht die Herstellung weiter zurück.
Die Tomioka Silk Promotion Organisation setzt sich dafür ein, dieses Wissen zu bewahren. Sie unterstützt den gesamten Produktionsprozess in Gunma, begleitet die Zucht, sichert die Qualität und sorgt für Transparenz entlang der Herstellung. Gleichzeitig stärkt sie mit einem Zertifizierungssystem die Marke Tomioka Silk.
„Am Anfang steht immer der Kokon“, erklärt Cliffe. Gunma Hoso gehört zu den hochwertigsten Varietäten und ist bekannt für seine feinen, langen Fasern und die besondere Helligkeit.
Der Glanz von Seide im Zifferblatt
Wenn besonders feine Gunma Hoso Seide zu Stoff verarbeitet wird, entsteht ein zarter, zugleich tiefer Glanz mit einem eleganten Schimmer, der an Platin erinnert. Das Material wirkt, als käme das Licht von innen. Inspiriert von dieser Wirkung entstand die Presage Classic Series „Tomioka Silk Promotion Organization“ Limited Edition. Das Zifferblatt zeigt ein neu entwickeltes Muster, das den fließenden Fall von Seide aufgreift. Je nach Lichteinfall entstehen feine Abstufungen und spürbare Tiefe.
Eine perlmuttartige Beschichtung verstärkt diesen Effekt und verleiht zusätzliche Transparenz und Leuchtkraft. Beim Betrachten beschreibt Sheila Cliffe:
„Es vermittelt den Glanz und die Geschmeidigkeit der feinsten Gunma Hoso Seide sowie das feine Lichtspiel, das durch ihre Struktur entsteht.“
Japanische Ästhetik, die bleibt
Das roségoldene Gehäuse unterstreicht die helle Brillanz des Zifferblatts. Mit 38 mm wirkt die Uhr ausgewogen am Handgelenk.
Das leicht gewölbte Zifferblatt wird von Zeigern begleitet, die seine Form aufnehmen und für ein stimmiges Gesamtbild sorgen. Das dunkelbraune Lederarmband ist von den Ziegeln der Tomioka Silk Mill inspiriert und greift deren charakteristische Farbwelt auf.
Die Limited Edition verbindet Herkunft und Handwerk zu einem klaren Ausdruck japanischer Gestaltung und bleibt dabei zeitlos.
HCC008
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