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King Seiko Fan-Treffen

Am 6. Dezember 2025 luden wir zum ersten King Seiko Fan-Treffen ein. Mit dabei waren Ryohei Suzuki, globaler Botschafter von King Seiko, Masayuki Hirota, Chefredakteur von Chronos Japan und Yu Sekiguchi, Chefredakteur von Hodinkee Japan. Zusammen mit King Seiko Designer Takuya Matsumoto führten sie eine spannende Podiumsdiskussion. Hier fassen wir die Teile des Talks zusammen, die besonders gut zeigen, warum King Seiko bis heute so eine starke Anziehungskraft auf Uhrenfans hat.

Photo of King Seiko Fan Meeting

“Die zeitlose Anziehungskraft von King Seiko”

Matsumoto: King Seiko entstand in den 60er Jahren und spielte eine wichtige Rolle in der Entwicklung mechanischer Uhren in Japan. Die erste King Seiko wurde 1961 in unserer damaligen Produktionsstätte Daini Seikosha in Kameido, Tokio, gebaut.
Sie wurde schnell für ihre Qualität und ihr eigenständiges Design geschätzt. Auch wenn die Produktion in den 1970ern endete, haben wir die Linie 2022 neu aufgelegt – und sie hat seitdem wieder richtig Fahrt aufgenommen.
Das Modell, das heute als KSK bekannt ist und die zweite Generation von King Seiko markiert, bringt unsere Idee von „The Newest Classic“ am besten auf den Punkt. Es zeigt, was King Seiko ausmacht.
Mit seinen klaren, kraftvollen Proportionen wirkt die Uhr auch heute noch erstaunlich modern, ohne sich anzubiedern oder nostalgisch zu wirken. Genau diese zeitlose Selbstverständlichkeit macht King Seiko zu einer Uhr, die über Jahrzehnte hinweg Bestand hat.

Hirota (Chefredakteur): In den 1960ern hatte Seiko zwei große Linien: King Seiko und Grand Seiko. Grand Seiko stand für Ruhe und Eleganz, während King Seiko von Anfang an mutiger und experimentierfreudiger war.
Obwohl King Seiko damals im oberen Preissegment lag, zeigte die Linie sehr deutlich, wie offen Seiko für neue Ideen war. Dieser Entdeckergeist macht sie bis heute so spannend.
Ein gutes Beispiel dafür sind die Anstöße der KSK, deren vier Ecken abgeschrägt waren – für die 1960er eine überraschend moderne Entscheidung. King Seiko verbindet die Faszination der Uhren aus den 60er und 70er Jahren mit der gestalterischen Vielfalt dieser Zeit. Und für mich liegt der besondere Reiz der Marke darin, dass ihre Grundlagen als Uhrenmarke fest und verlässlich stehen.

Photo of King Seiko Fan Meeting

Sekiguchi (Chefredakteur): King Seiko entstand damals in einer Phase, in der Japans Wirtschaft rasant wuchs. Da die Uhren in Tokio gefertigt wurden, stelle ich mir vor, dass die Marke den Aufstieg der neuen Geschäftswelt sehr direkt erlebt hat. Praktikabilität spielte deshalb von Anfang an eine wichtige Rolle.
Die Preise lagen damals bei etwa 12.000 bis 15.000 Yen, also ungefähr auf dem Niveau eines Einstiegsgehalts für Hochschulabsolventen. Innerhalb dieses Rahmens wollte man Uhren entwickeln, die trotzdem Substanz haben.

Photo of King Seiko

King Seiko bewegt sich inzwischen zwar im Premiumsegment, doch die Modelle wirken so präzise und hochwertig gebaut, dass man kaum glauben kann, wie viel Detailarbeit in dieser Preisklasse möglich ist.
Dass die Marke ihrer ursprünglichen Idee treu bleibt und diesen Qualitätsanspruch in diesem Preissegment hält, finde ich bemerkenswert. Für mich ist das eine der großen Stärken von King Seiko.

Photo of King Seiko Fan Meeting

Ryohei Suzuki: Ich sehe das genauso. Die mutigen Designs und die Vielfalt an Varianten, die Hirota angesprochen hat, gehören für mich klar zur Identität von King Seiko. Der Satz „King Seiko hat keine Angst vor dem Scheitern“ trifft es perfekt.
Er erinnert mich an den Geist des VANAC. Selbst wenn ein Risiko besteht, geht die Marke weiter, probiert Neues aus und versucht, innerhalb eines fairen Preisrahmens die bestmögliche Qualität zu liefern.
Diese Haltung passt sehr zu meiner eigenen Arbeit. Vielleicht habe ich deshalb so eine Leidenschaft und Faszination für King Seiko.

Photo of King Seiko Fan Meeting

„Die besondere Formensprache und
Ausstrahlung der drei Serien

Ryohei Suzuki: Die Uhr, die ich privat am häufigsten trage, ist die KS1969. Als ich sie zum ersten Mal anprobiert habe, war sofort klar, wie gut sie sich trägt.
Sie ist flach, liegt perfekt am Handgelenk und das Armband hat dieses leichte, geschmeidige Gefühl, das man von Vintage Bändern kennt, nur eben in einer zeitgemäß überarbeiteten Version.
Ich persönlich mag Dauphine Zeiger sehr. Die Form der Zeiger der KSK gefällt mir unglaublich gut, deshalb dachte ich anfangs, dass ich auch bei der KS1969 automatisch zu Dauphine Zeigern tendieren würde. Aber als ich beide Modelle wirklich am Handgelenk verglichen habe, wurde mir klar: Nein, das passt hier nicht.
Für das Zifferblatt der KS1969 sind genau diese Zeiger die richtige Wahl. Das hat meinen Respekt für die Designer noch einmal deutlich wachsen lassen.

Photo of King Seiko Fan Meeting Photo of King Seiko

Die KSK funktioniert einfach überall. Sie hat die Zeigerform, die ich bevorzuge, und sie bringt den Charakter von King Seiko perfekt auf den Punkt. Ich glaube, viele Menschen werden Freude daran haben, sie auszuprobieren und zu tragen.

Photo of King Seiko

Ich hatte King Seiko immer als Marke mit eher klassischen Designs im Kopf, deshalb hat mich die Einführung der VANAC überrascht. Als ich mir die ursprünglichen VANAC Modelle aus den 1970ern angesehen habe, war ihr Look völlig anders. Trotzdem gelingt es dem neuen Modell, die Essenz des Originals mit modernen Materialien und aktueller Technik überzeugend neu zu interpretieren.
Man kann das Werk durch den Gehäuseboden sehen, die Uhr ist wasserdicht und mit einem hochwertigen Kaliber ausgestattet. Ich finde es beeindruckend, mit welchem Selbstbewusstsein man ein so mutiges Design umsetzt und es vollkommen ernst meint.
Für mich wirkt die VANAC wie ein Statement, wie King Seiko sich in Zukunft präsentieren möchte.

Photo of King Seiko

Matsumoto: Mir ist heute erst richtig bewusst geworden, wie sehr Suzuki sich für Zeiger begeistert. Tatsächlich gehört das Design der Zeiger zu den heikelsten Aufgaben beim Entwickeln einer Uhr. Schon kleine Änderungen in Länge oder Balance können den gesamten Eindruck verändern. Sie sind im Grunde das Gesicht der Uhr. Und genau deshalb denken wir während des Designprozesses sehr intensiv darüber nach, welche Zeigerform zu welchem Modell passt.

Photo of King Seiko Fan Meeting Hirota (Chefredakteur): Die KS1969 lebt von ihren großen, weich modellierten Flächen, die extrem anspruchsvoll zu polieren sind. Seiko beherrscht das bis heute beeindruckend gut, genau wie früher. Breite, spiegelnde Oberflächen neigen schnell zu Verzerrungen, doch Seiko bekommt sie absolut sauber hin.
Solche mutigen Formen umzusetzen, verlangt enormes handwerkliches Können – und genau deshalb passt King Seiko so überzeugend in diese Preisklasse.
Schon in den Anfangsjahren erreichte King Seiko ein Designniveau, das international mithalten konnte. Heute werden diese Formen mit moderner Technik weiter verfeinert, was die Verarbeitung auf ein außergewöhnlich hohes Niveau hebt. Das Design bleibt klassisch, wirkt aber durch die präzisere Ausarbeitung frischer und alltagstauglicher denn je.
Auch heute schauen viele Hersteller weltweit sehr genau darauf, wie Seiko seine Gehäuse veredelt. Und die KS1969 gehört ohne Frage zu den Modellen, die diese Expertise am deutlichsten zeigen.

Photo of King Seiko Fan Meeting Sekiguchi (Chefredakteur): Wie Suzuki gesagt hat, ist der Tragekomfort – dieses Gefühl, dass die Uhr fast von selbst am Handgelenk sitzt – ein zentraler Teil der Faszination der KS1969. Das Armband ist außergewöhnlich dünn, und es ist beeindruckend, wie gut die Balance trotz der mehrreihigen Konstruktion gelingt. Das Original von 1969 hatte ein Handaufzugswerk, und seine schlanke Bauweise war eines der wichtigsten Merkmale. Die moderne Version nutzt ein Automatikwerk, aber durch das Kaliber 6L35, das dünnste Werk im aktuellen Seiko Sortiment, konnten die Proportionen des Originals erstaunlich präzise übernommen werden.

Hirota (Chefredakteur): Schmale Armbänder haben konstruktionsbedingt oft etwas Spiel, doch durch die technischen Verbesserungen greifen die Glieder heute so präzise ineinander, dass das Band stabil sitzt und sich gleichzeitig sehr angenehm trägt.
Das Design bleibt zwar klassisch, aber die gesamte Konstruktion wurde neu gedacht und auf ein Niveau gebracht, das man sonst eher bei deutlich teureren Uhren erwartet. Genau dieser Kontrast fasziniert mich besonders.

„Zu welchen Momenten im Leben passen diese Uhren
für Sie besonders gut?“

Ryohei Suzuki: Für mich ist die VANAC eine Uhr für besondere Anlässe, für Situationen, in denen man bewusst ein Statement setzt.
Wenn ich meine Persönlichkeit stärker zeigen oder mich ein wenig anders fühlen möchte als sonst, greife ich zur VANAC.
Die KS1969 ist sehr flach und trägt sich, wie Hirota oft sagt, unglaublich angenehm. Sie wäre für mich die Uhr, die ich anlege, wenn ich zur Ruhe kommen möchte. Die KSK kann man eigentlich immer tragen, aber ich verbinde sie eher mit aktiveren Momenten.

Photo of King Seiko Fan Meeting

„Gibt es Orte, an denen Sie die VANAC
besonders gerne tragen würden?“

Ryohei Suzuki: Ich hatte die VANAC auf einer Reise nach Thailand dabei, aber der Ort, der mir jetzt sofort einfällt, ist Nara. Das Violett harmoniert wunderbar mit dem Horyu ji Tempel. Als ich dort war, trug ich Kleidung in einem ähnlichen Farbton, und das hat meine Stimmung richtig gehoben. Deshalb würde ich gerne noch einmal dorthin zurückkehren – diesmal mit der VANAC am Handgelenk.

Photo of King Seiko VANAC

Hirota (Chefredakteur): Violett ist eine extrem schwierige Farbe, gerade bei Zifferblättern. Deshalb finde ich, dass sie besonders gut zeigt, was eine japanische Marke leisten kann. Ein violettes Zifferblatt sieht man wirklich selten.
Sekiguchi, kennen Sie Marken, die diese Farbe verwenden?

Sekiguchi (Chefredakteur):Nein, violetten Zifferblättern begegnet man in der Tat kaum.

Hirota (Chefredakteur): Eine Uhr zu finden, die auf Reisen wirklich heraussticht, ist überraschend schwierig. Unterwegs braucht man eine präzise Uhr, aber man möchte sich gleichzeitig entspannt fühlen.
Die Wahl einer „Reiseuhr“ ist deshalb anspruchsvoller, als man denkt. Sie muss zuverlässig sein und gleichzeitig eine Verbindung zwischen Alltag und besonderen Momenten schaffen.
Genau diese Balance ist entscheidend. Vielleicht ist es das, was Suzuki als „Verspieltheit“ beschrieben hat.
Aus dieser Perspektive passt King Seiko tatsächlich hervorragend zum Reisen.

Photo of King Seiko Fan Meeting

Ryohei Suzuki: Ich finde auch, dass es eine tragende Rolle spielt, dass die Uhren in Japan gefertigt werden. Wenn man aus Japan ins Ausland reist, beeinflusst das, wie man sich fühlt. Es gibt einem das Gefühl, sich so zu verhalten, dass man als Japaner stolz auf sich sein kann.

Sekiguchi (Chefredakteur): Durch meinen Beruf nehme ich oft mehrere Uhren mit ins Ausland und trage sie dort während meiner Arbeit. In Gesprächen mit Menschen aus anderen Ländern wird eine japanische Uhr schnell zu etwas, das einen selbst repräsentiert.

Ryohei Suzuki: Für mich ist eine Uhr etwas, das Zeit mit einem verbringt und Erinnerungen sammelt. Ich wünsche mir, dass sich jeder ein King Seiko Modell aussucht, das er wirklich liebt, es im Alltag und auf Reisen trägt und viele schöne Momente damit erlebt.

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